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Anmeldungsdatum: 05.11.2003 Beiträge: 1637

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Verfasst am: 04.05.08 - 20:05 Titel: 04.05.08 : Australien - Musik als Beruf und Berufung ...
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| Zitat: | Musik als Beruf und Berufung
Seit 1995 lebt die Wormserin Ursula Genähr in Australien. Zu ihrer alten Heimat, insbesondere zu ihrer Familie, zum Wormser Kammerensemble und der Kantorei hat sie noch regelmäßig Kontakt.
Herzerfrischend. Diese Frau hat Humor. "Das Bild zeigt deutlich, dass ich hier genug zu essen bekomme", merkt Ursula Genähr zu einem der Fotos an, die sie der Wormser Zeitung aus ihrer Wahlheimat Australien zur Verfügung stellte. Das Foto zeigt Ursula beim intensiven Flötespielen, die Backen sind rund und voll aufgeblasen.
Ursula Genähr wurde 1961 in Worms geboren. Sie besuchte die Westend-Grundschule, später das Eleonoren-Gymnasium bis zum Abitur im Jahr 1981. Als Schülerin der Jugendmusikschule lernte sie Blockflöte, Violine und Klavier und war Mitglied des Schulorchesters (am Elo), dem Wormser Kammerorchester, verschiedener Blockflöten-Ensembles, der Wormser Kantorei und dem Kammerensemble. Bei so viel Musik, war im Grunde klar, dass dies einmal ihr Beruf werden sollte. In den 80er Jahren studierte sie Musik in Mainz, wurde Musikschullehrerin für Blockflöte und für Klavier. Ihre Abschlussarbeit widmete sie dem Leben und Schaffen des Wormser Komponisten Manfred Heyl.
Im Jahr 1993, Ende Mai, änderte ein Brief, der die junge Frau im neuen Haus der Familie in Leiselheim erreichte, ihr ganzes Leben. Der Brief kam von "down under" (Australien) und war von einem gewissen Jürgen geschrieben. Die beiden, häufig in Briefkontakt, hatten sich schon lange nicht mehr geschrieben. Nach weiterem Briefwechsel aber stand fest: "Wir entschieden ziemlich bald, dass wir zusammenleben wollen", erzählt Ursula. Jürgen Lett (damals 55 Jahre alt) und Ursula heirateten im Januar 1994 und beschlossen, ihr Glück in Australien zu suchen. "Im August 1995 wanderte ich dann zu der anderen Seite der Welt aus, wo Weihnachten in den Hochsommer fällt und mein Geburtstag plötzlich im Frühling statt im Herbst liegt!" Die ersten Monate renovierte das Paar das erstandene Holzhaus in Kiewa (Aboriginal Sprache für "süße Wasser") am Fuße des Murramurrangbong (Aboriginal Sprache für "Grosser Donner"). 1996 bekam die Wormserin eine Anstellung am Murray Conservatorium in Albury, der Hauptstdt der Albury-Wodonga Region. Die Anstellung erlaubte es ihr, zu unterrichten, doch musste sie selbst ihre eigene Klasse aufbauen, es gab keine Stundenzahl und keinerlei Sicherheiten, "wie ich sie gewohnt war". "Am Anfang verdiente ich unter 100 australische Dollar in der Woche und wir lebten von Ersparnissen."
Ursula Genähr machte sich bald einen Namen als Lehrerin und konzertierende Musikerin. Sie hat den Durchbruch geschafft. "Ich hatte 1998 das Glück, ein Konzert zusammen mit Anne Norman geben zu können. Anne Norman ist eine Meisterin in "Shakuhachi", eine Japanische Bambusflöte. Andere Teilnehmer waren der Cembalo-Spieler Peter Hagen (Melbourne) und Machiko Kaneko, eine japanische Tänzerin. Unser Konzert wurde so sehr gepriesen, dass es in der Folge einfacher war, weitere Auftritte zu organisieren.
Es folgten viele Konzerte mit den unterschiedlichsten Künstlern. Im Jahr 2007 gründete sie ein Ensemble mit Bendict Wilson. "Wir nennen uns Ensemble non modo sed etiam ("nicht nur doch ebenfalls"). Neben den Konzerten und dem Unterrichten genießt das Paar das Leben im Holzhaus, das immer weiter verbessert wird - und nun auch Solarzellen besitzt. Zur Familie gehören inzwischen auch zwei Katzen Betty (11) und Fluffy (9), und diese beiden stehen gewissermaßen im Mittelpunkt, denn Ursula schreibt: "Die Katzen unbedingt erwähnen."
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